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– Externe Projektleitung für ERP-Projekte
Externe Projektleitung für ERP-Projekte – Perspektive eines CIO und ERP-Experten
Einordnung und Relevanz
ERP-Projekte zählen aus Sicht eines CIO zu den strategisch kritischsten Vorhaben eines Unternehmens. Sie greifen tief in Kernprozesse ein, binden erhebliche Ressourcen und sind häufig mit hohem organisatorischem und kulturellem Veränderungsbedarf verbunden. Gleichzeitig zeigt die Praxis – insbesondere im Mittelstand –, dass interne Kapazitäten, methodische Tiefe oder spezifische ERP-Erfahrung nicht immer in der erforderlichen Form verfügbar sind. Vor diesem Hintergrund hat sich der Einsatz externer Projektleiter für ERP-Programme als wirkungsvolles Instrument etabliert, um Komplexität zu beherrschen, Risiken zu minimieren und den Projekterfolg nachhaltig abzusichern.
1. Warum ERP-Projektleitung eine Sonderdisziplin ist
ERP-Einführungen sind keine klassischen IT-Projekte. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Geschäftsstrategie, Prozessdesign, Technologie, Organisation und Change Management. Eine professionelle Projektleitung muss daher:
Geschäftsprozesse end-to-end verstehen und bewerten können, zwischen Fachbereichen, IT, Geschäftsführung und externen Implementierungspartnern moderieren, methodisch sauber steuern (Zeit, Budget, Qualität, Risiken), und gleichzeitig als Treiber von Entscheidungen und Veränderungen auftreten.
Aus CIO-Sicht ist klar: Diese Kombination aus methodischer Exzellenz, ERP-Domänenwissen und Durchsetzungsstärke ist intern nicht immer kurzfristig verfügbar – insbesondere bei einmaligen oder seltenen ERP-Transformationen.
2. Mehrwert externer Projektleitung aus CIO-Sicht
Der Einsatz externer ERP-Projektleiter bietet mehrere strategische Vorteile:
Unabhängigkeit und Objektivität
Externe Projektleiter sind nicht Teil interner Machtstrukturen oder historisch gewachsener Konflikte. Sie agieren neutral gegenüber Fachbereichen und Implementierungspartnern und können Entscheidungen faktenbasiert und im Sinne der Gesamtorganisation vorbereiten und herbeiführen.
Erfahrung aus vergleichbaren Projekten
Professionelle externe Projektleiter bringen Best Practices aus einer Vielzahl von ERP-Einführungen mit – häufig über verschiedene Branchen und Systemlandschaften hinweg. Diese Erfahrung hilft, typische Fehler frühzeitig zu erkennen: unklare Zielbilder, unzureichendes Anforderungsmanagement, unterschätzte Datenmigration oder fehlendes Change Management.
Entlastung der internen Organisation
CIOs stehen vor der Herausforderung, den laufenden IT-Betrieb stabil zu halten und gleichzeitig Transformationsprojekte umzusetzen. Eine externe Projektleitung entlastet Schlüsselpersonen, ohne die fachliche Verantwortung aus der Organisation herauszulösen.
Klare Steuerung externer Dienstleister
ERP-Projekte sind häufig von Implementierungspartnern geprägt. Eine externe Projektleitung auf Auftraggeberseite sorgt für professionelles Vendor-Management, transparente Leistungskontrolle und eine saubere Trennung zwischen Beratungs-, Umsetzungs- und Steuerungsrollen.
3. Abgrenzung: Externe Projektleitung vs. Implementierungspartner
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die klare Rollentrennung. Aus CIO-Sicht sollte die Projektleitung grundsätzlich nicht beim Implementierungspartner liegen. Gründe dafür sind:
Zielkonflikte zwischen wirtschaftlichen Interessen des Dienstleisters und den Projektzielen des Unternehmens, eingeschränkte Neutralität bei Scope-, Budget- oder Terminentscheidungen, fehlende Fokussierung auf Governance, Risikomanagement und interne Befähigung.
Eine externe, unabhängige Projektleitung agiert als verlängerter Arm des CIOs bzw. der Geschäftsführung und stellt sicher, dass das ERP-Projekt konsequent an den Unternehmenszielen ausgerichtet bleibt.
4. Erfolgsfaktoren für den Einsatz externer Projektleiter
Damit externe Projektleitung ihren vollen Nutzen entfalten kann, sind aus CIO-Sicht mehrere Voraussetzungen entscheidend:
1. Klare Mandatierung
Der externe Projektleiter benötigt ein eindeutiges Mandat, inklusive Entscheidungs- und Eskalationsbefugnissen.
2. Verankerung in der Governance
Ein klar strukturiertes Projekt- und Lenkungsausschuss-Setup mit definierten Rollen, KPIs und Entscheidungswegen ist unerlässlich.
3. ERP- und Branchenkompetenz
Methodisches Projektmanagement allein reicht nicht aus. Entscheidend ist fundierte ERP-Erfahrung sowie Verständnis für die spezifischen Geschäftsmodelle und Prozesse des Unternehmens.
4. Fokus auf Wissenstransfer
Ziel darf nicht nur der Go-Live sein, sondern auch die Befähigung der internen Organisation für Betrieb und Weiterentwicklung des ERP-Systems.
5. Fazit: Strategischer Hebel für nachhaltigen ERP-Erfolg
Aus der Perspektive eines CIOs ist externe Projektleitung kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck professioneller Projekt-Governance. Gerade bei unternehmenskritischen ERP-Transformationen ermöglicht sie eine objektive Steuerung, reduziert Projektrisiken und erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit, Zeit-, Budget- und Qualitätsziele zu erreichen.
Richtig eingesetzt, wird der externe Projektleiter zum strategischen Partner: Er verbindet Management-Sicht, ERP-Expertise und operative Umsetzungsstärke – und schafft damit die Grundlage für ein ERP-System, das nicht nur implementiert, sondern langfristig wirksam und wertschöpfend im Unternehmen verankert ist.